Gebietseigene Pflanzen

as novellierte Bundesnaturschutzgesetz trat am 1.3. 2010 in Kraft. Von großer Bedeutung ist darin der §40 über „Nichtheimische, gebietsfremde und invasive Arten“. Wie schon im vorigen Naturschutzgesetz wird hier für die freie Landschaft die Verwendung von Saat- und Pflanzgut vorgeschrieben, welches einen engen regionalen Bezug zum Ausbringungsort hat. Das heißt: Gras- und Kräutersamen, Stecklinge, Reiser, Stauden und junge Sträucher bzw. Bäume dürfen außerhalb von Ortschaften und Privatgärten nur dann gepflanzt oder gesät werden, wenn das ursprüngliche Vermehrungsmaterial auch aus dieser geografischen Gegend stammt. Von dieser Regelung ausgenommen sind alle Flächen, die einer ordnungsgemäßen land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung unterliegen.

In Sachsen initiiert und betreut der DVL seit 2008 mit Unterstützung durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft die regionale Produktion herkunftsgesicherter, zertifizierter Wildpflanzen-Saat- und Pflanzgüter zur Verwendung in der freien Natur. Mehrere Landwirtschafts-, Gartenbau- und Baumschulbetriebe sind als Kooperationspartner in das Projekt integriert und untereinander vernetzt.

Nach der Anlaufphase und – bei den Saatgütern von Gräsern und Kräutern – auch schon reichhaltigen Ernten ist es nun besonders wichtig, dass dieses hochwertige Material für ingenieurbiologische und Naturschutzprojekte, für Kompensationsmaßnahmen, Stadtumbau, Biotopverbünde und private Zwecke umfassend zum Einsatz kommt!

Neben den erwähnten rechtlichen Rahmenbedingungen bekennt sich der Freistaat Sachsen in seinem Biodiversitätsprogramm und Maßnahmeplan zur Bewahrung der genetischen Vielfalt innerhalb der Pflanzenarten. Gebietseigenes, d.h. geno- und phänotypisch durch die Wiedereinwanderung nach der letzten Kaltzeit und die derzeitigen Standortverhältnisse vor Ort an die unterschiedlichen Regionen Sachsens angepasstes Saat- und Pflanzgut ist also ein Muss für jeden, der Biodiversität ernst nimmt.

Im DVL-Projekt wird auch in Zukunft das Artenspektrum und Angebot immer mehr erweitert. Derzeit können Saatgut-Mischungen von mehr als 70 Gräser- und Kräuterarten für Mager-, Frisch- und Feuchtwiesen angeboten werden.
Erste gebietseigene Sträucher werden 2012 zur Verfügung stehen.

Deshalb: Alle, die an gut wurzelndem, klimaangepasstem, reich blühendem, und vielfältigem „typisch sächsischem“ Saat- und Pflanzgut interessiert sind (Landschaftsbauer, Tagebaurenaturierer, Imker, Parkgestalter, Landwirte, Straßen- und Gewässerbauer, Naturschützer, Gärtner etc.), können sich gern jederzeit an das DVL-Landesbüro Sachsen wenden. Wir vermitteln Sie gern weiter.

Kontakt

René Schubert


DVL-Landesbüro Sachsen
Lange Straße 43
D-01796 Pirna

Tel. +49 (0) 3501- 46 765 23
Fax: +49 (0)3501- 46 765 25
E-Mail: schubert(at)pv.de

"Das grüne Wunder" , die aktuelle Broschüre des DVL- Landesbüro Sachsen. Naturnahe Begrünung mit gebietsheimischen Diasporen   

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · DVL-Landesbüro Sachsen
Lange Straße 43 · 01796 Pirna
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