Die große Nussjagd - Auf den Spuren der Haselmaus

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege, Regionalstelle Sachsen, und der Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt wollen mit der „Großen Nussjagd“ – die sich aufgrund ihrer Gefährdung vor allem der Haselmaus (Muscardinus avellanarius) widmet - ihren Beitrag zur Verbesserung der Kenntnisse über diese Art leisten.

Als Ergebnis soll eine detaillierte Verbreitungskarte der Haselmaus in Sachsen stehen - als Sinnbild für artenreiche Wälder und intakte Lebensräume, die es zu schützen, zu erhalten und zu erweitern gilt - was nicht nur der Haselmaus sondern auch dem Menschen als vielgestaltige, lebenswert empfundene Umwelt zugute kommt.

Die Verbreitung der Haselmaus soll auch als Ansatzpunkt für weitere landschaftsgestalterischen Maßnahmen und Projekte dienen.

Die Haselmaus

Mausegroß, mauseschwer, mauseflink ist sie – und trotzdem täuscht der Name. Die Haselmaus ist ein richtiger Schläfer, die kleine Verwandte des dicken Siebenschläfers, wie ein Blick auf den Schwanz sofort verrät. Haselmäuse lieben Wälder mit dichtem Unterholz. Zwischen Geißblatt, Himbeer- und Haselbüschen finden sie reichlich Nahrung von Frühling bis Herbst: Zuerst stehen Knospen, Blüten und Pollen auf dem Speiseplan, später saftige Beeren. Auch kleine Insekten werden nicht verschmäht. Mit Haselnüssen und Eicheln fressen sie sich zuletzt den nötigen Speck an, bevor sie im Oktober-November wieder zum Winterschlaf rüsten.

Die Lebensräume

Die Haselmaus ist angewiesen auf reichlich Unterholz und Gestrüpp im Wald oder lichte Waldränder. Wo die Haselmaus zu finden ist, dort sind also artenreiche Wälder, intakte Lebensräume, die es zu schützen, zu erhalten und zu erweitern gilt - was auch dem Menschen als vielgestaltige, lebenswert empfundene Umwelt zugute kommt. Die Haselmaus und mit ihr ihre Lebensräume lassen sich aber nur dann gut schützen, wenn man weiß, wo genau sie wohnt. Die letzte umfassende Untersuchung dazu stammt aus dem Jahr 1921, ist also bereits über 80 Jahre alt. Bisher sieht es so aus, als hätte die Haselmaus einiges ihrer ursprünglichen Heimat verloren. Oder haben die Zoologen die Art bisher übersehen?

Die Vorgehensweise

Mit zwei Gebieten und Kooperationspartnern wurde im Jahr 2003 eine "Probejagd" gestartet. Es sind dies das Naturschutzzentrum Oberlausitz mit Sitz in Neukirch, sowie das Nationalparkzentrum Sächsische Schweiz in Bad Schandau. In diesen Bereichen wird das Vorkommen der Haselmaus als relativ gesichert angenommen. Im Rahmen der Probejagd werden 2003 die Organisationsstruktur des Projektes ebenso überprüft wie die Resonanz der Bevölkerung und die optimale Ausgestaltung des zugehörigen Informationsmaterials. Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit sollen dabei nicht nur Kindergartengruppen und Schulklassen eingebunden werden. Das Ziel soll es sein, ein "Jagdfieber" quer durch weite Bereiche der Bevölkerung auszulösen.

Erste Ergebnisse

4.273 sächsische große und kleine Nussjäger nahmen an der Nussjagd 2004 teil. Sie untersuchten 21.258 Nüsse in insgesamt 4.010 Arbeitsstunden. Es wurden 654 Jagdberichte an den Diplom-Biologen Sven Büchner ("Schlaue Maus") eingesandt.

 

Die "Schlaue Maus" begutachtete 13.990 gesammelte Haselnüsse. Davon wurden 291 Nüsse von Haslemäusen geöffnet. Die meisten Nüsse (7.061) vernaschten jedoch Eichhörnchen.

 

Erste Einschätzungen:

  • Haselmäuse sind in Sachsen vor allem im Erzgebirge  und im Lausitzer Bergland zu finden.
  • Einige neue Haselmaushabitate konnten entdeckt werden.
  • Viele Kinder hatten Spaß bei der Spurensuche im Wald.
  • Es gab ein großes öffentliches Interesse an der Haselmaus.

 

EIN GROßES DANKESCHÖN AN ALLE NUSSJÄGER!

 

Allerdings warten noch einige Haslemäuase auf ihre "Entdeckung"!

 

Da noch nicht aus allen "Jagdgebieten" in Sachsen Rückmeldungen vorliegen, gehen Sie doch bitte auch weiterhin bei Ihren  Spaziergängen auf Nussjagd!

Kontakt

DVL-Landesverband Sachsen

Tel. +49-(0)3501-58 273 41
Fax +49-(0)3501-58 273 43
E-Mail: info(at)dvl-sachsen.de

Spurensuche richtig!

Eine einfache Sammelanleitung sowie weitere Informationen sind bei den Organisatoren des Projektes sowie auf ihrer Internet-Seite www.nussjagd.de erhältlich.

Eine Initiative der Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt, Naturschutzfonds.

 

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