Wo tanzt das Glühwürmchen?

- Eine Suchaktion in Sachsen -

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege, Landesarbeitsgemeinschaft Sachsen führt zusammen mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz (Projektleitung), dem Arbeitskreis Entomologie im NABU Landesverband Sachsen und dem Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt das Projekt "Wo tanzt das Glühwürmchen?" durch - eine Suchaktion in Sachsen, die ihren Beitrag zur Verbesserung der Kenntnisse über diese Art leisten soll.

Mit Unterstützung von Schülern , ihren Eltern und Großeltern sowie allen Naturfreunden, die in warmen Sommernächten von Ende Mai bis Ende Juli gern den romantischen "Laternentanz" des Glühwürmchenmännchens, auch "Johanniswürmchen" genannt, beobachten, möchten die Projektpartner das Vorkommen dieser Käferart in Sachsen zum ersten Mal erfassen.

Dabei erhoffen sie sich von den Glühwürmchenforschern neben vielen erfolgreichen Fundmeldungen auch genauere Erkenntnisse darüber, in welchen Lebensräumen diese Leuchtkäferart wirklich vorkommt und wie groß der Bestand gegenwärtig ist.

In allen Landkreisen werden vor allem die sächsischen Landschaftspflegeverbände sowie Naturschutzstationen als Projektpartner vor Ort zusammen mit Schulen, Vereinen und interessierten Einwohnern die Glühwürmchensuche in Sachsen organisieren. Alle Fundorte werden sachsenweit in einer detaillierten Verbreitungskarte dokumentiert, die online unter www.laternentanz.eu eingesehen werden kann.

Glühwürmchen - keine Würmer sondern Käfer

Trotz des Namens sind die Glühwürmchen keine Würmer, sondern Käfer. Genau genommen gehören sie zur Familie der Leuchtkäfer, von denen es weltweit etwa 2000 Arten gibt, die sich durch unterschiedliche, artspezifische Blink- und Leuchtmuster untereinander verständigen und finden. In Sachsen gibt es drei verschiedene Arten.

Es ist das Glühwürmchenmännchen der Art Lamprohiza splendidula, das sich nach Einbruch der Dunkelheit leuchtend in die Luft erhebt und nach dem am Boden lebenden Weibchen Ausschau hält. Diese leuchten ebenfalls, können aber nicht fliegen und sitzen in der Vegetation und warten auf ihre Verehrer. Die Käfer fliegen von Ende Mai bis Ende Juli. Während dieser Zeit erscheinen sie innerhalb eines Lebensraumes jedoch nur ein bis zwei Wochen. Durchschnittlich lebt ein Männchen nur 5–7 Tage und ein Weibchen 7–10 Tage. Die Männchen fliegen in warmen Sommernächten mit Einbruch der Dunkelheit etwa 1–3 Stunden.

Die längste Zeit in ihrem Leben verbringen sie als Larve - nämlich etwa zwei bis drei Jahre. Diese Larven lieben Schnecken (sowohl mit als auch ohne Gehäuse)! Die Larven folgen der Schleimspur der Schnecken, lähmen die Tiere durch Giftbiss in den Hinterleib und transportieren die gelähmte Schnecke dann in ein Versteck um sie zu verzehren. Für alle Schnecken geplagten Gärtner also ein wertvoller Helfer!

Die Käfer selbst nehmen keine Nahrung mehr zu sich, sie sind sehr kurzlebig. Nach der Paarung stirbt das Männchen, das Weibchen schaltet sein Licht ab und beginnt unmittelbar darauf mit der Eiablage, womit ein neuer Lebenszyklus beginnt.

 

Die Lebensräume

Das Glühwürmchen bevorzugt feuchte und mit Laubgehölzen beschattete Lebensräume. Dazu zählen feuchte Wiesen, Bach- und Flussufer, lichte Gebüsche, Waldränder und Parkanlagen. Die Larven leben auf humosen Böden, versteckt in der Laubstreu. Die männlichen Käfer bevorzugen eine freie Flugbahn zum Beispiel entlang von Wegen und Waldrändern und fliegen nur zwei bis drei Meter in dichtes Buschwerk hinein. Nadelwälder werden meist gemieden.

Die Glühwürmchensuche und ihre Ergebnisse

Eine Zusammenfassung der Suchaktion mit Ergebnissen und wissenschaftlichen Auswertungen finden Sie hier!

  
Weitere Informationen sind bei den Organisatoren des Projektes sowie auf ihrer Internet-Seite www.laternentanz.eu erhältlich.

Kontakt

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Tel. +49-(0)3501-58 273 41
Fax +49-(0)3501-58 273 43
E-Mail: info(at)dvl-sachsen.de

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